BANKKONTO IN ITALIEN FÜR NICHT-RESIDENTEN

BANKKONTO IN ITALIEN FÜR NICHT-RESIDENTEN

Ein italienisches Bankkonto für Nicht-Residenten kostet um die 100-230 € pro Jahr. Steuern zahlen geht auch ohne – viele machen es seit Jahren. Aber lohnt sich der Aufwand?



Brauchst du wirklich ein italienisches Konto wenn du nicht in Italien lebst?

Für den Immobilienkauf selbst:

Nein. Du kannst die Kaufsumme kostenlos per SEPA-Überweisung von deinem Konto auf das vom Notar überweisen, der treuhänderisch alles auf ein Conto Deposito aufbewahrt, bis zum Rogito (notarieller Kaufvertrag).

Für Steuerzahlungen:

Du kannst auch ohne italienisches Konto alles einzahlen. Viele aus der DACH-Region machen das schon seit Jahren. Aber es kann umständlich sein. Und je nachdem, wie viel dir deine Zeit wert ist und wie gut du Italienisch sprichst, kann ein italienisches Konto dir das Leben deutlich erleichtern.

Für regelmäßige Spesen:

Auch hier kannst du alles von deinem Konto in der DACH-Region zahlen, aber ein italienisches hat seine Vorteile. Konfrontieren wir einfach mal beide Möglichkeiten – und dann entscheidest du, was für dich am besten ist.

Welche Steuern zahlst du als Immobilienbesitzer?

IMU (Grundsteuer):

  • 2 Mal pro Jahr (16. Juni und 16. Dezember)
  • Ausnahme: Bist du Rentner? Dann kannst du 50% Ermäßigung auf die IMU bekommen, wenn die Rente aus einem Land mit Konvention kommt und du nur 1 Immobilie besitzt, nicht vermietet/Comodato (unentgeltliche Überlassung).

TARI (Müllgebühr):

  • Zahlungsfristen variieren je nach Gemeinde
  • Als Nicht-Resident mit leerer Immobilie (nicht vermietet): zahlst du nur 1/3 der normalen TARI (67% Ermäßigung!)
  • Rentner mit Konvention: zusätzliche Ermäßigung von 2/3

Wichtig: Du zahlst KEINE IRPEF auf die Rendita Catastale (Katasterwert) als Nicht-Resident. IRPEF auf Rendita Catastale fällt nur an, wenn du Resident in Italien wärst und eine zweite Immobilie in der selben Gemeinde hättest. Da dein Wohnsitz im Ausland ist, gilt das Prinzip der Alternativität IMU-IRPEF: Du zahlst IMU, nicht IRPEF.

Welche Nebenkosten kommen auf dich zu?

Als Immobilienbesitzer hast du regelmäßige Nebenkosten:

Strom, Gas, Wasser:

  • Laufende Verträge mit italienischen Versorgern (Enel, Eni, lokale Anbieter)
  • Meist 2-monatliche oder quartalsweise Abrechnung
  • Kannst du per Überweisung oder Lastschrift zahlen

Condominio-Gebühren (Hausverwaltungskosten):

  • Falls deine Immobilie in einem Mehrfamilienhaus liegt
  • Quartalsweise oder jährliche Zahlung
  • Deckung: Treppenhausreinigung, Aufzugswartung, Gartenpflege, Rücklagen

Falls du vermietest:

  • Zusätzliche Steuern auf Mieteinnahmen (Cedolare Secca (Pauschalsteuer auf Mieten) oder IRPEF)
  • Dein Steuerberater berechnet und zahlt diese über F24-Formulare

Steuern und Nebenkosten ohne italienisches Konto

Steuern zahlen: Möglich, aber umständlich

Die Prozedur für IMU-Zahlung:

  1. Zwei separate Überweisungen machen:
    • Einen an die Gemeinde (für die kommunale Quote)
    • Einen an die Banca d’Italia (für die staatliche Quote)
      • IBAN: IT02G0100003245348006108000
      • BIC: BITAITREENT
  2. Beide IBAN-Codes bei der Gemeinde erfragen (Ufficio Tributi (Steueramt) kontaktieren – meist nur auf Italienisch)
  3. Komplizierte Causale (Verwendungszweck) in jede Überweisung schreiben:
    • Dein Codice Fiscale
    • Sigla „IMU“
    • Name der Gemeinde
    • Codici Tributo (Steuercodes) (verschiedene Codes je nach Immobilientyp)
    • Jahr
    • Acconto“ (Vorauszahlung) oder „Saldo“ (Restzahlung)
  4. Kopie beider Überweisungen an die Gemeinde schicken zur Kontrolle.

Für TARI das Gleiche: Gemeinde kontaktieren, IBAN erfragen, Überweisung mit Causale (Verwendungszweck).

Nebenkosten zahlen: Funktioniert, aber manuell

Strom, Gas, Wasser:

  • Mit SEPA-IBAN aus DACH-Region: Manuelle Überweisungen nach jeder Rechnung möglich
  • Lastschriften: Einrichtung oft kompliziert oder wird abgelehnt (viele Versorger akzeptieren nur italienische IBAN)
  • Risiko: Zahlungen vergessen, Mahnungen, Sperrungen

Condominio-Gebühren:

  • Manuelle Überweisungen nach Aufforderung der Hausverwaltung
  • Oft wird italienischer IBAN für automatische Abbuchungen verlangt

Falls du vermietest:

  • Dein Steuerberater kompiliert F24 für Mieteinnahmen-Steuern
  • Du musst wieder komplizierte Überweisungen an Banca d’Italia machen (wie bei IMU)

Zusammengefasst:

Es funktioniert, aber es ist sehr zeitaufwendig, kompliziert, man kann leicht Fehler machen und es ist sehr stressig.

Steuern und Nebenkosten mit italienischem Konto

Steuern zahlen

Du hast einen Commercialista (Steuerberater) in Italien. Empfehlenswert für Immobilienbesitzer, weil:

  • Er berechnet deine Steuern korrekt
  • Er kennt alle Codici Tributo (Steuercodes)
  • Er weiß, welche Ermäßigungen dir zustehen (Rentner, TARI-Reduktion, etc.)

Der Steuerberater kompiliert das F24-Formular (italienisches Steuerformular für alle Steuerzahlungen) für dich. Das ist kompliziert – verschiedene Codici Tributo, Berechnungen, Fristen. Ohne gute Sprachkenntnis und Kenntnis des italienischen Steuersystems kann es sehr kompliziert sein.

Mit italienischem Konto kann dein Steuerberater:

Option A: Das F24-Formular direkt von deinem Konto zahlen (mit Delega/Domiciliazione)

  • Du gibst ihm eine Vollmacht für Steuerzahlungen
  • Er zahlt pünktlich alle Fristen
  • Du musst nichts tun
  • Die genauen Kosten für diesen Service variieren je nach Steuerberater (oft als Teil der Gesamtbetreuung enthalten)

Option B: F24 aus seinem Konto zahlen, du erstattest ihm mit einer einzigen Überweisung

  • Statt 2-3 separate Überweisungen mit verschiedenen IBAN
  • Eine einfache Überweisung an den Steuerberater
  • Weniger Aufwand als alles selbst zu machen

Der Vorteil ist NICHT, dass du ohne Konto nicht zahlen kannst (das geht schon).

Der Vorteil ist, dass der Steuerberater mit einem italienischen Konto die ganze Abwicklung übernehmen kann – und du dich um nichts kümmern musst.

Nebenkosten zahlen: Alles automatisch

Strom, Gas, Wasser:

  • Mit italienischem Konto: Einmal Lastschrift (Domiciliazione Bancaria) einrichten, läuft automatisch
  • Keine vergessenen Zahlungen mehr
  • Keine Mahnungen oder Sperrungen
  • Nicht verrückt werden beim Sammeln aller Infos und Ausfüllen.

Condominio-Gebühren:

  • Hausverwaltungen können direkt abbuchen
  • Keine manuellen Überweisungen nötig

Falls du vermietest:

  • Steuerberater zahlt Steuern auf Mieteinnahmen direkt über dein Konto (F24)
  • Du musst nichts machen

Zusammengefasst:

Alles viel einfacher, kein Stress, keine verpassten Fristen, keine Fehler beim Ausfüllen und Zahlen. Natürlich musst du immer kontrollieren, dass alles korrekt abläuft.

So eröffnest du ein Bankkonto in Italien

Welche Dokumente brauchst du?

Basis-Dokumente (immer erforderlich):

  • Gültiger Reisepass oder Personalausweis
  • Codice Fiscale (italienische Steuernummer – auch als Nicht-Resident erhältlich)
  • Adressnachweis aus Deutschland, Österreich oder Schweiz (Stromrechnung, Mietvertrag, Kontoauszug)
  • Begründung für die Kontoeröffnung: z.B. „Immobilienbesitz in Italien“

Manchmal zusätzlich:

  • Gehaltszettel oder Kontoauszüge (bei einigen Banken)
  • Italienische Korrespondenzadresse (dein Haus, Freunde, Verwandte)

Zwei Optionen zur Kontoeröffnung

Option 1: Filiale in Italien (Empfohlen)

  • Termin vereinbaren, Dokumente mitbringen, vor Ort unterschreiben
  • IBAN sofort, Konto oft am selben Tag aktiv
  • Vorteil: Schnell und persönlich
  • Nachteil: Reise nötig, eventuell Sprachbarriere
  • Tipp: Wenn du kein Italienisch sprichst, nimm jemanden mit

Option 2: Online-Eröffnung

  • Nur bei einigen Banken für Nicht-Residenten möglich
  • Dokumente hochladen, Videocall zur Identifikation, digitale Unterschrift
  • Dauer: 3-7 Tage
  • Vorteil: Bequem von zu Hause
  • Nachteil: Sprachbarriere und nicht alle Banken bieten das für Nicht-Residenten an

Option 3: Bevollmächtigter Vertreter

  • Notarielle Vollmacht erstellen
  • Vertreter geht mit deinen Dokumenten zur Bank
  • Vorteil: Du musst nicht selbst nach Italien
  • Nachteil: Extra Kosten für Vollmacht

Welche Banken akzeptieren Nicht-Residenten?

Hier sind einige Optionen:

  • UniCredit (Programm „UniCredit International“)
  • Intesa Sanpaolo (Service „Intesa Sanpaolo per l’Estero“)
  • Banco BPM
  • Crédit Agricole
  • Banca Etica
  • Einige BCC (Banche di Credito Cooperativo)

Wichtig: Kläre vorher ab, ob die konkrete Filiale Nicht-Residenten bedient! Nicht jede Filiale einer Bank bietet diesen Service an.

Ungefähre Kosten eines italienischen Kontos für Nicht-Residenten

Position Kosten
Kontoführung 60-180 € pro Jahr (5-15 €/Monat)
Imposta di Bollo 34,20 € (nur bei Ø Guthaben über 5.000 €)
Debitkarte ca. 10-30 € pro Jahr
TOTAL ca. 100-230 € pro Jahr

Kreditkarte: Meist nicht verfügbar für Nicht-Residenten.

Was du sofort bekommst

  • IBAN (bei Filiale: sofort, bei Online: 3-7 Tage)
  • Online-Banking (ab Tag 1)
  • Debitkarte (kommt nach 1-2 Wochen per Post an deine italienische Adresse)

Wichtige steuerliche Hinweise

Automatischer Informationsaustausch (CRS/FATCA): Italienische Banken melden automatisch deine Kontostände an die Steuerbehörden deines Heimatlandes. Das ist kein Problem, solange du deine Konten korrekt in deiner Steuererklärung angibst.

Große Überweisungen (über 5.000 €): Informiere deine italienische Bank vorher und lege eine Herkunftserklärung (Autocertificazione) bei – z.B. „Persönliche Ersparnisse“ oder „Verkauf meiner Immobilie in Deutschland“. Dies hilft, Missverständnisse zu vermeiden.

Wichtig für F24-Zahlungen: Nicht alle Online-Banken erlauben die Zahlung von F24-Formularen über ihr Online-Banking-System. Kläre dies bei der Kontoeröffnung ab, wenn dein Steuerberater F24-Zahlungen direkt von deinem Konto vornehmen soll.

Zusammenfassung

Ein italienisches Konto lohnt sich, wenn du Zeit und Nerven sparen willst. 100-230 € pro Jahr sind überschaubar im Vergleich zum Zeitaufwand, komplizierten Überweisungen und dem Risiko, Fristen zu verpassen.

Vorbereitung: Sammle Dokumente (Reisepass, Codice Fiscale, Adressnachweis), recherchiere Banken, vereinbare Termin, nimm jemanden mit, der Italienisch spricht.

Bei der Eröffnung: Teste Online-Banking, prüfe ob F24-Zahlungen möglich sind.

Nach der Eröffnung: Gib deinem Steuerberater die Daten, richte Lastschriften ein.

Verzichten kannst du darauf, wenn du gut Italienisch sprichst und bereit bist mehrere Stunden für komplizierte Überweisungen zu investieren.

Professionelle Unterstützung

Die Eröffnung eines italienischen Bankkontos als Nicht-Resident kann kompliziert sein. Dokumente, Sprachbarrieren, unterschiedliche Bankrichtlinien – schnell verliert man den Überblick.

Da wäre es schon nützlich jemanden an deiner Seite zu haben, der dir weiterhelfen kann.

Falls du planst, in Italien zu investieren, indem du ein Haus kaufst, renovierst oder neu einrichtest, oder jemanden suchst, der dir bei der Verwaltung hilft, stehe ich dir gerne zur Verfügung.

Kontaktiere mich.

Und wenn dieser Artikel dir geholfen hat, teile ihn und sag mir, worüber ich im nächsten Artikel sprechen sollte!

Danke fürs Lesen. LG David


Quellen

Alle Informationen basieren auf offiziellen Quellen und aktuellen Recherchen:

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